Erkennen der Krankheit

Kai hatte im Oktober 2004 manchmal ein leichtes Taubheitsgefühl an der linken Hand. Am linken Mundwinkel hin u. wider ein leichtes Zucken. Das verging aber wieder. Diese Symptome traten aber wieder auf, und das häufte sich in kürzer werdenden Abständen.

Im November musste er zu einem Lehrgang der Johanniter nach Karlsruhe (Kai hatte nach seinem Abitur im Juni 04, seinen Zivildienst am 1.7.2004 bei den Johannitern angetreten.). Zum Lehrgangsbeginn fühlte er sich nicht gut. Ich sagte noch zu ihm, er solle dort zum Arzt gehen. Das tat er dann auch. Er schilderte dort die Symptome u. sagte, dass es ihm gar nicht gut geht. Die Ärztin der Johanniter meinte jedoch, das sei "nichts lebensbedrohliches" und krankschreiben wird sie ihn deshalb nicht!

Im Januar 2005 kamen noch Kopfschmerzen und Sehstörungen hinzu, sodass Kai die Verantwortung nicht mehr übernehmen konnte und wollte, weiterhin  behinderte Kinder zu fahren.

Wir hatten mit Kai bisher schon viele Ärzte, u.a. auch einen Neurologen konsultiert, doch keiner fand etwas. Angeblich war Kai gesund und simulierte nur. Jetzt aber, da die Anzeichen sich häuften, musste etwas unternommen werden.

Ein MRT (Magnet-Resonanz-Tomographie) , oder ein CT (Computer-Tomographie) würde sicherlich Aufschluss geben.

Also am 24. Januar 05 wieder zum Hausarzt, um eine Überweisung zu holen. Dieser meinte, das sei nicht erforderlich. Im Alter von 20 Jahren ist ein Hirntumor sehr unwahrscheinlich. Er bekam lediglich eine Überweisung, nochmals zum Neurologen. Der nächste Termin beim Neurologen ist erst möglich am 26.März. Höre ich recht? In 2 Monaten?

Wir haben einige Neurologen angerufen. Kein kurzfristiger Termin zu bekommen. Der Früheste wäre Ende Februar gewesen. Nein, das kann nicht sein. Wollte denn keiner sehen, dass mit Kai etwas nicht stimmte?

Zum Glück hatte Kai einen Freund, dessen Vater war Neurologe. Diesen, nämlich Herrn Dr. Buddenberg, haben wir dann noch am gleichen Tag privat angerufen. Am 25.Januar hatte Kai seinen Termin bei ihm. Gott sei Dank! Die Untersuchung ergab, dass etwas nicht in Ordnung war. Aber was?

Er machte sofort für den nächsten Tag einen Termin für ein MRT.

Dieser Tag sollte Gewissheit bringen. Er brachte Gewissheit! Aber eine Grausame! Diagnose: Hirntumor

Wir konnten es nicht fassen. Unser Kai sollte einen Hirntumor haben? Das kann nicht sein. So etwas betrifft doch immer nur Andere!? Doch die Bilder des MRT zeigten die grausame Wahrheit.

Dr. Buddenberg empfahl uns für die weitere Behandlung die Universitätsklinik in Frankfurt/M. Wie wir später feststellten, war diese Empfehlung eine sehr Gute. Von da an ging dann alles sehr zügig voran. Am 1.Februar war die Untersuchung in der Univeritäts-Klinik (Neurologie) mit nochmaligem MRT.

Am 4. Februar das Gespräch mit der Oberärztin Frau Dr.Franz in der Neurochirurgie.

Am 7.Februar wurde die Biopsie (Entnahme einer Gewebeprobe) gemacht. Die Operation dauerte 3 ½ Stunden. Es verlief alles gut. Das  Ergebnis der Gewebeprobe bekamen wir am 11.2.

Es war niederschmetternd: Glioblastom (WHO Grad IV).

Die Tumoren sind von der Weltgesundheitsorganisation in Grade eingeteilt. Der Grad IV ist der gefährlichste und bösartigste. Wobei das "Glioblastom" wiederum einer der gefährlichsten und aggressivsten Tumore überhaupt ist. Sehr schnell wachsend! Heilungschancen, so gut wie keine!

Noch mögliche Lebenserwartung von 6 Monaten bis zu 1 Jahr.

Das kann nicht sein!    Kai schafft das!   Er wird den Tumor besiegen!


 

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